Warum? Bezirksjugendabend zur Theodizee-Frage

Die Frage warum Gott Leid auf der Welt zulässt beschäftigt die Menschen seit Jahrtausenden. Am 28. September 2017 haben auch wir uns mit diesem Thema beschäftigt und nach Antwortmöglichkeiten gesucht.

Am Anfang steht ein Dilemma

Entweder Gott kann helfen und will es nicht. Oder er will helfen und er kann es nicht. Oder er kann und will nicht helfen. Alle drei Prämissen treffen nicht auf unser Gottesbild zu. Denn Gott will helfen, weil er gut ist und uns liebt und er kann helfen, weil er allmächtig ist. Aber warum gibt es dann Leid auf der Welt und warum greift Gott nicht ein?

Erklärungsversuche

In verschiedenen Gruppen haben wir Positionen und Argumentationen erarbeitet, die in ihrer Logik bleibend jeweils eine Antwort auf die Frage nach dem „Warum?“ geben können. Leid kann nach diesen Positionen entweder als Strafe Gottes, als Mittel zur Seelenreife, als Folge des Sündenfalls oder als Folge des freien Willens der Menschen gesehen werden. In einer Podiumsdiskussion von Vertretern der einzelnen Positionen wurde jedoch deutlich, dass keine der Positionen eine Antwort liefert. Für alle Positionen gibt es stichhaltige Gegenargumente. Leid ist demnach keine Strafe Gottes und kein göttliches Mittel zur Seelenreife. Zwar ist mit der Sünde Leid in die Welt gekommen, doch wird die Erbsünde mit der Taufe abgewaschen. Insofern kann auch der Sündenfall kein hinreichender Grund für Leid sein. Und auch der freie menschliche Wille dient nur bedingt als Erklärung, weil Gott sich scheinbar auch über diesen hinwegsetzt bzw. ihn beeinflusst (z.B. Jona oder Saulus).

Ist Gott dann wirklich gut?

In dem Film „Die Hütte - ein Wochenende bei Gott“ stellt sich der Hauptcharakter genau diese Frage. In einer kurzen Szene, die wir uns anschauten, findet er eine Erkenntnis, die es ihm am Ende ermöglicht mit „Ja“ zu antworten. Solange es einen Willen im Universum gibt, dem es frei steht Gott entgegenzuwirken, gibt es Leid. Dagegen ist niemand gefeit. Das Leid kommt nicht von Gott. Gott liebt alle Menschen gleich. Alle Menschen sind seine Kinder. Egal was sie getan haben. Diese Liebe steht über menschlicher Gerechtigkeit.

Und warum tut Gott nichts gegen das Böse?

Was war das Ziel des Jugendabends? Sich Gedanken machen, sich mit Gott beschäftigen, über Gott  nachdenken und eine Perspektive finden, die sich gut anfühlt. Eine kleine Geschichte löste die Frage in ein nachdenkliches Lächeln auf und schickte uns mit einer Aufgabe nach Hause. Das Ende der Geschichte lautete sinngemäß wie folgt: „Als ich Gott fragte, warum tust du nichts dagegen, dass so viele Menschen Leid erleben, antwortete Gott: Ich habe etwas getan, ich habe dich geschaffen!“ Ist die Antwort wirklich so einfach? Als nachbereitenden Impuls findet ihr rechts einen Poetryslam, der den Weg vom Dilemma zur Auflösung nachzeichnet.